Aus dem Alltag einer Hochzeitsplanerin

Der Montagmorgen beginnt mit den Worten meines Sohnes: „Mama, aufstehen! Ich habe Hunger! Wir wollen frühstücken.“ Es ist halb sieben und meine Tochter grinst mich genauso putzmunter wie ihr großer Bruder an. Wer kann da schon widerstehen? Zwei Stunden später verlassen wir das Haus und fahren zur Kita. Zum Glück gehen beide gern in die Kita und ich kann mich ohne schlechtes Gewissen der Arbeit widmen. Und meine Arbeit als Hochzeitplanerin ist vielseitig. Neben der Hochzeitsplanung gibt es nämlich noch viele Aufgaben, die meinen Arbeitsalltag füllen.

Zuerst geht es an den Schreibtisch. Nach einem kurzen Ausflug in die sozialen Netzwerke verfasse ich einen Facebook-Beitrag zum Thema Hochzeitstorte, denn am Nachmittag bin ich mit einem Brautpaar zur Tortenbesprechung bei meinem Lieblingspâtissier verabredet. Darauf freue ich mich schon. Doch nun geht es erst mal an die Beantwortung der E-Mails, die sich am Wochenende angesammelt haben. Im Moment unterstütze ich 19 Brautpaare. Die einen beginnen gerade mit der Planung für die Hochzeit in 2017, die anderen haben nur noch wenige Wochen bis zum großen Tag im Sommer 2016. Das Telefon liegt immer griffbereit, denn Kommunikation gehört zum Geschäft. Ich bin im ständigen Austausch mit Locations und Dienstleistern, um Termine und Abläufe zu koordinieren.

Das Pflegen eines regionalen Netzwerks empfinde ich als besonders wichtig. Denn eine Hochzeitsplanerin ist nur so gut wie ihre Partner, die ihren Teil zum Hochzeitsfest beitragen. Ob Kinderbetreuung, DJ, Caterer oder Fotograf – die Chemie muss zwischen mir, den Dienstleistern und dem Brautpaar stimmen. Darum treffe ich mich zum Mittag mit einer freien Rednerin, die ich auf der Hochzeitsmesse kennengelernt habe. Ich möchte mich in einem persönlichen Gespräch davon überzeugen, ob sie zu mir und meinen Brautpaaren passt.

Sympathie und Vertrauen sind in meinem Beruf die Schlüssel zum Erfolg. Schließlich gehöre ich viele Monate zum engen Kreis des Brautpaars. Sie vertrauen mir die Planung des wohl schönsten Tages in ihrem Leben an und dieses Vertrauen möchte ich nicht enttäuschen. Dabei hat jedes Brautpaar unterschiedliche Ansprüche, auf die ich mich mit viel Fingerspitzengefühl einstelle.

Nach dem Termin mit der freien Rednerin geht es zurück an den Schreibtisch. Ich bereite mich auf ein Planungsgespräch vor, in welchem ich meinem Brautpaar die passenden Dienstleister für ihre Hochzeit vorschlagen werde. Dafür habe ich bereits eine Fotografin und eine freie Rednerin geblockt, das Angebot zweier Videografen eingeholt und das Hochzeitsdatum beim Konditor und einem DJ vormerken lassen. Beim letzten Treffen haben wir die Traumlocation für die Hochzeit gefunden. Nun können wir mit der Planung beginnen. Dafür habe ich meinem Brautpaar einen Zeitplan gegeben, mit dem sie sich einen Überblick verschaffen können, wann wir welche Themen in den insgesamt fünf Treffen behandeln.

Die Präsentation steht. Nun geht es zur Tortenbesprechung. Das Brautpaar hat sich extra den Nachmittag freigenommen und so können wir in Ruhe unsere Wünsche und das Dekorationskonzept der Hochzeit mit dem Patissier besprechen. Denn auch die Hochzeitstorte ist Teil des Dekorationskonzepts und soll das Thema der Hochzeit und die Hochzeitsfarben widerspiegeln.

Nachdem ich mein Brautpaar verabschiedet habe, schalte ich wieder in den Mama-Modus und eile zur Kita. Hier werde ich liebevoll empfangen. Die Sonne scheint und ich spaziere mit meinen Kindern zu unserem Lieblingseisladen in den Park. Hier weiß man schon genau, dass die Kugel Schokoladeneis noch mit bunten Streuseln verziert werden soll. Lecker!

Zurück zu Hause bereiten wir das Abendessen vor und warten auf den Papa. Zusammen mit meinem Mann bringe ich die Kinder nach dem Sandmann ins Bett und wechsle zurück in den Hochzeitsplaner-Modus. Los geht’s zum Planungsgespräch mit meinem Brautpaar. Doch nur kein Mitleid, denn das gehört zum Job. Und diesen habe ich mir ausgesucht.

Was steht morgen auf dem Programm? Ein Termin bei der Floristin und am Nachmittag eine Locationtour mit einem Brautpaar für 2017. Schönes Arbeiten.

 

Bildnachweis: Daniela Müller Fotografie

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Daniela Jost

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